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Die Sache mit dem eierlegenden Hasen Ein junger Seehase im Nationalpark-Zentrum Multimar Wattforum I © Schröder/LKN.SH

Die Sache mit dem eierlegenden Hasen

Ostern steht vor der Tür, und die Sache mit dem Hasen, der die Eier bringt, gehört traditionell zu den Ritualen, in denen sich in dieser Zeit christliche und vorchristliche Symbolik verbinden.

Aber jeder weiß: Es ist nur Symbolik, denn Hasen legen keine Eier – oder? In der Tat gibt es Hasen, die eben das doch tun: Seehasen, in der Nordsee und der Unterwasserwelt des Wattenmeeres heimische Fische.

Der Seehase lebt in Tiefen von 50 bis 150 Metern. Cyclopterus lumpus lautet der biologische Name des Meerestieres, das auch Lump oder Lumpfisch genannt wird. Im Frühjahr wandern die vergleichsweise plump aussehenden Tiere in flache Küstengewässer, um hier für Nachwuchs zu sorgen. Bis zu 100.000 gelb-rot gefärbte Eier kann ein Seehasenweibchen in dieser Zeit produzieren, die sie in Laichballen auf steinigem Grund ablegt.

Eine Besonderheit der Art ist, dass das Männchen die Brutpflege übernimmt; das Weibchen zieht nach der Eiablage in tiefere Gewässer. Er dagegen bewacht die Eier, befächelt sie mit frischem Wasser und beschützt sie gegen Fressfeinde, bis die Larven nach sechs bis sieben Wochen schlüpfen.

Besonderheit Nummer zwei: Anders als die Mehrzahl der Fische verfügt der Seehase nicht über eine Schwimmblase. Ohne diesen zusätzlichen Auftrieb kostet es Kraft, den ausgewachsenen, bis zu 50 Zentimeter langen und fünf Kilo schweren Körper zu bewegen – ein Grund dafür, dass der Seehase als bodenständige Art gilt, und das im ganz wörtlichen Sinn. Denn er bleibt nicht nur seinem Standort treu, sondern hat sich auch dem Bodenleben gut angepasst, indem seine Bauchflossen zu einer Saugscheibe umgeformt sind. Damit kann er sich am Untergrund festheften.

Neben Cyclopterus lumpus gibt es übrigens noch einen zweiten Seehasen in der Unterwasserwelt: Aplysia punctata, der Gemeine Seehase, ist eine Meeresschnecke. Der Name leitet sich hier vom Kopf und den Fühlern ab, die an Hasenohren erinnern.

Aber zurück zum Fisch: Der lebt auch den Aquarien des (derzeit geschlossenen) Nationalpark-Zentrums Multimar Wattforum. Und hier freut sich das Aquaristik-Team in diesem Jahr sogar über (in Aquarien eher seltenen) Seehasennachwuchs. Auch der Nachwuchs anderer Arten wie Seestichling, Nagelrochen, Katzenhai und Seestern wird derzeit in der Einrichtung aufgezogen – ohnehin hinter den Kulissen in speziellen Aufzuchtbecken, bis die Kleinen kräftig genug sind, um in die Schauaquarien umgesetzt zu werden. Und dort werden dann, sobald das wieder möglich ist, auch Besucher die kleinen Seehasen und Kollegen beobachten können …

Zum Schluss noch der Hinweis auf eine Oster-Onlineaktion des Multimar Wattforum: Als Countdown bis zum Osterfest wird seit dem 1.4. täglich ein neues Puzzlestück zum Herunterladen unter www.multimar-wattforum.de/osterpuzzle angeboten. Große und kleine Bastelfans können daraus zu Hause ein schönes Gesamtbild kreieren.