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Fair Oceans - eine Ausstellung im Amt Südtondern

Um das Meer streiten sich alle! Fair Oceans in Kooperation mit Brot für die Welt, dem Bündnis Eine Welt Schleswig-Holstein sowie dem Stadtmarketing Niebüll zeigen die Ausstellung "Das Meer, die letzte Kolonie?" Die Ausstellung ist bis zum 22. Februar 2019 im Amt Südtondern, Marktstraße 12 in Niebüll zu sehen.

Geöffnet ist die Ausstellung montags bis freitags von 8.00 – 12.00 Uhr sowie Donnerstagnachmittag von 14.00 – 18.00 Uhr.

Ende Januar wurde im Amt Südtondern die von Fair Oceans konzipierte, dokumentarische Wanderausstellung eröffnet. Entlang sechs verschiedener Schwerpunktthemen präsentieren die Ausstellungsbereiche die vielfältigen Bezugspunkte zwischen Umwelt- und Entwick­lungs­­fragen auf See. An Beispielen aus der Fischerei, dem Meeresschutz oder der Schifffahrt sollen den Besucherinnen und Besuchern so die globale Dimension der Ozeane und Meere veranschaulicht und wichtige Zukunftsfragen aufgeworfen werden.

Als der französische Schriftsteller Jules Verne 1884 „20.000 Meilen unter dem Meer“ schrieb, schuf er einen Klassiker der fantastischen Literatur. Im besten Stil des Science-Fictions ließ er Kapitän Nemo mit dessen futuristischen U-Boot Nautilus in die unbekannten Tiefen der Meere eintauchen und bis dahin scheinbar unüberwindbare Grenzen überschreiten. Als Elisabeth Mann Borgese dem Club of Rome gut 100 Jahre später ihren Bericht „Die Zukunft der Weltmeere“ vorstellte, trug sie mit ihrer Arbeit dazu bei, wie schon zuvor Jules Verne, den Blick auf die Ozeane grundlegend zu verändern. Eine umweltpolitisch verantwortliche und global gerechte Meerespolitik war ihre Utopie. Energie, Rohstoffe und Nahrung aus den Ozeanen sollten die Probleme der Menschheit lösen.

Inzwischen ist die Erschließung der Meere kontinuierlich vorangeschritten. Insbesondere seit der Jahrtausendwende hat die weltweit wachsende Nachfrage nach natürlichen Ressourcen eine drastische Ausweitung der Unternehmungen auf See befördert. Konflikte um lukrative Meeresgebiete nehmen zu, wobei gemeinschaftliche und traditionelle Nutzungskonzepte oftmals ins Hintertreffen geraten. Der Wettlauf um die Ressourcen der Meere scheint ungehemmt, dabei verfügt die Weltgemeinschaft an sich über ein umfangreiches und international anerkanntes Regelwerk, das UN-Seerechtsübereinkommen. Dieses regelt im Grundsatz die Nutzung der Meeresressourcen, den Seeverkehr, die Fischereirechte, den Meeresumweltschutz, die Hoheitsgrenzen auf See und vieles andere mehr.

Das 2015 mit der Agenda-2030 von der UN beschlossene Ziel Nachhaltiger Entwicklung 14 mit dem Titel „Ozeane, Meere und Meeresressourcen im Sinne nachhaltiger Entwicklung erhalten und nachhaltig nutzen“ ist eine Reaktion auf den aktuellen Bedeutungszuwachs der Meerespolitik. Fair Oceans und Brot für die Welt haben sich zusammen mit verschiedenen Partnern für die Formulierung eines solchen Ziels nachhaltiger Entwicklung eingesetzt und wollen die Ozeane und Meere dauerhaft im Sinne des Seerechts­­-Über­ein­kommens als gemeinsames Erbe der Menschheit verwaltet sehen. Mehr als 20 Jahre nach Inkrafttreten des Seerechtsübereinkommens verdeutlicht Ziel 14 der Agenda-2030 die Not­wendig­keit, international nach Problemlösungen suchen zu müssen und zeigt dabei wichtige Ansatzpunkte für die Meerespolitik auf.

Diese Ausstellung soll eine Idee davon geben, wie eng und weitreichend die Verbindungen von Meeres- und Entwicklungspolitik sind und wie notwendig es deshalb ist, diese beiden Bereiche zusammen ­zu ­denken. Gerade für die Länder des globalen Südens ist die Wechselbeziehung zwischen Umwelt und Entwicklung zentral für ihre Zukunftsperspektiven. Das Verhältnis des Menschen zum Meer befindet sich weltweit in einer Umbruchphase. Wir sollten die Chance nutzen und den Prozess transparent, partizipativ und solidarisch gestalten, anstatt die gleichen Fehler zu wiederholen, die an Land gemacht worden sind.

Gefördert durch ENGAGEMENT GLOBAL mit finanzieller Unterstützung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.