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Wattenmeer-Biosphärenreservate machen Bundestag „Verrückt auf Morgen“ Vertreter:innen der drei Wattenmeer-Biosphärenreservate im Paul-Löbe-Haus in Berlin (Foto: © Lutz Möller)

Wattenmeer-Biosphärenreservate machen Bundestag „Verrückt auf Morgen“

Die drei Biosphärenreservate der Wattenmeerregion haben sich in Berlin den Mitgliedern des Deutschen Bundestags vorgestellt. Gemeinsam mit den 15 anderen deutschen Biosphärengebieten waren sie am 22. November mit einem vielfältigen Informationsprogramm zu Gast im Paul-Löbe-Haus, nur wenige Meter vom Reichstagsgebäude entfernt.

Die Veranstaltung bildete den Abschluss der Imagekampagne „Verrückt auf Morgen“, mit der alle 18 Biosphärenreservate in Deutschland seit Frühjahr 2022 die bundesweite Öffentlichkeit auf sich aufmerksam gemacht und für ihre zukunftsgerichteten Ziele geworben haben. Neben Informationsständen, die viele Mitglieder des Bundestags begeistert besuchten, stellten die Gebiete in Kurzvorträgen gute Praxisbeispiele vor und erörterten in Podiumsdiskussionen die Bedeutung von Biosphärenreservaten für eine nachhaltige Regionalentwicklung mit einem Fokus auf Tourismus. Das Biosphärenreservat Niedersächsisches Wattenmeer trug mit dem Vortrag „Partizipation über´n Deich – Beteiligungsprozess zur Erweiterung der Entwicklungszone“ zum Programm bei. Abgerundet wurde der Besuch mit einem Imbiss aus regionalen und nachhaltig produzierten Produkten, wie die niedersächsische Biosphären-Bratwurst.

Die gemeinsame Präsentation im Paul-Löbe-Haus hat deutlich gemacht, zu welchen Leistungen die deutschen Biosphärenreservate in der Lage sind – und dass Zusammenarbeit und Zusammenhalt Grundlage sind für das Erreichen der gemeinsamen Ziele von Schutz, Entwicklung sowie Forschungs- und Bildungsarbeit. Die zahlreichen Stände haben die Vielfalt der Ansätze zur Umsetzung des MAB-Programms in Deutschland aufgezeigt“, sagt Peter Südbeck, Vorsitzender des Dachverbands der deutschen Großschutzgebiete Nationale Naturlandschaften e.V. und Leiter der Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer, die koordinierende Verwaltungsstelle der Biosphärenregion ist.

„Die Zusammenschau war wie eine Reise durch die Schutzgebiete mit einer großen Fülle an inspirierenden Projekten. Wir hatten einen tollen Tag zusammen im Paul-Löbe Haus mit vielen interessanten Gesprächen“, bekräftigt Janne Lieven, Leiterin des Biosphärenreservats Hamburgisches Wattenmeer.

Kirsten Boley-Fleet vom Biosphärenreservat Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer und Halligen ergänzt: „Wir sind sehr stolz, mit dem Wattenmeer Teil der weltweit 727 Gebiete zu sein, welche die UNESCO als Vorreiter für ein zukunftsfähiges Miteinander von Mensch und Natur anerkannt hat. Dies mit den Mitgliedern des Bundestags zu teilen, war eine tolle und wichtige Chance.“

Die 18 Biosphärenreservate in Deutschland setzen sich als Teil der Nationalen Naturlandschaften dafür ein, die Zukunft des Landes nachhaltig zu gestalten. Sie haben sich dem Ziel verschrieben, zum Erhalt der biologischen Vielfalt im Einklang mit dem Klimaschutz und dem Ausbau der erneuerbaren Energien beizutragen. Zudem gestalten sie ländliche Räume durch eine nachhaltige Regionalentwicklung und einen nachhaltigen Tourismus zukunftsfest und lebenswert. In dieser Rolle entwickeln sie Modellprojekte und inspirieren Dritte, sich ihnen anzuschließen.

In der deutschen Wattenmeerregion gibt es drei von der UNESCO anerkannte Modellegionen für nachhaltige Entwicklung: die Biosphärenregion Niedersächsisches Wattenmeer, das Biosphärenreservat Hamburgisches Wattenmeer sowie das Biosphärenreservat Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer und Halligen. Besonderes Augenmerk liegt jeweils auf der Entwicklung nachhaltiger Wirtschaftsweisen, der Nutzung regenerativer Energiequellen sowie der Förderung einer nachhaltigen Mobilität und eines naturverträglichen Tourismus. Auch die Bildungsarbeit im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung spielt eine große Rolle, so z. B. bei den zahlreichen Aktivitäten der Junior Ranger.

Ziel der Kampagne „Verrückt auf Morgen war es, die Relevanz der deutschen Biosphärenreservate bundesweit bekannt zu machen und ihre Mission voranzubringen, für eine nachhaltige Zukunft auf der Erde einzustehen. Umgesetzt wurde die Kampagne unter anderem durch verschiedene reichweitenstarke Online-Maßnahmen, PR-Aktionen, Pressearbeit und einen Mittmachwettbewerb für Schulen.