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Kegelrobbennachwuchs im Nationalpark Ein Muttertier säugt ihr Junges auf Amrum (Foto: Eric Walter/Verein Jordsand)

Kegelrobbennachwuchs im Nationalpark

Die Kegelrobbenkolonie auf Helgoland macht in diesen Wochen mit einem neuen Geburtenrekord Furore. Aber auch im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer wurde Kegelrobbennachwuchs geboren.

Drei Jungtiere sind es auf Amrum, Ende Dezember geboren und nach der Säugezeit von zwei bis drei Wochen bald abgestillt und bereit, den Eltern von ihrem Liegeplatz auf der nordfriesischen Insel selbstständig in die Nordsee zu folgen.

Dorthin, auf die Nordspitze Amrums, hat sich der Wurfplatz in den vergangenen Jahren offenbar verlagert – vom traditionellen Standort Jungnamensand vor der Amrumer Küste, der mittlerweile selbst bei regulärem Hochwasser überflutet wird. Und dank der auf der Insel in Abstimmung mit der Nationalparkverwaltung tätigen Naturschutzverbände Verein Jordsand, Öömrang Ferian und Schutzstation Wattenmeer konnten die kleinen Kegelrobben die sensible Stillphase weitgehend ungestört verbringen – zumal wegen des Lockdowns die Jahreswechseltouristen ausblieben.

„Das Naturschutzgebiet Amrum Odde wird seit 80 Jahren vom Verein Jordsand ganzjährig betreut, und die drei Naturschutzvereine der Insel sowie die zuständigen Seehundjäger arbeiten bei der Kegelrobbenbetreuung eng zusammen“, betont Jordsand-Regionalbetreuer Eric Walter. „Bei Bedarf richten die Aktiven flexible Ruhezonen für die Muttertiere und ihren Nachwuchs ein“, erläutert Armin Jeß aus der Nationalparkverwaltung in Tönning die erfolgreiche Strategie.

Neben den „Amrumer Robben“ wurde in dieser Wurfsaison auch im Dithmarscher Wattenmeer Kegelrobbennachwuchs gesichtet, und zwar auf dem D-Steert, einem im Nordwesten der Vogelinsel Trischen gelegenen Außensand. Entdeckt wurde das bei einem Kontrollflug über dem Nationalpark bereits Mitte Dezember. Insgesamt fünf solcher Zählungen von der Luft aus im Jahresverlauf – zur Wurfsaison und zur Zeit des Haarwechsels – sind Bestandteil des wattenmeerweiten, das heißt niederländisch-deutsch-dänischen Kegelrobben-Monitorings. Ziel ist es, möglichst verlässliche Zahlen für das gesamte Ökosystem zu bekommen.