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Birdwatching im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer Ringelgänse im Nationalpark Wattenmeer (Foto: Stock/LKN.SH)

Birdwatching im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer

Sie kommen! Und einige sind schon da, andere längst abgereist. Die Zugvögel bevölkern im Herbst in Scharen den Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer. Zu den ersten Gästen gehören Watvögel wie Alpenstrandläufer, Sand- und Goldregenpfeifer, später, bis in den November hinein, fliegen die Ringel- und Nonnengänse ein. Den ganzen Herbst über lässt sich das einzigartige Schauspiel an der Nordseeküste Schleswig-Holsteins gut beobachten – entweder auf eigene Faust oder mit einem Birdwatching-Guide.

Vogelparadies Wattenmeer

Rasten und Fressen, Energie tanken und Fettreserven aufbauen für die eventuelle Weiterreise in den Süden – das ist der Grund, warum sich Millionen von Vögeln das Wattenmeer nicht nur für ihre Reisepause, sondern auch als dauerhaften Lebensraum ausgesucht haben. Wattflächen und Salzwiesen sind mit ihrem gigantischen Nahrungsangebot so etwas wie ein Schlaraffenland für jährlich bis zu 12 Millionen Vögel, die hier rasten, brüten oder das Gefieder wechseln. Denn im Wattboden finden die Watvögel und Möwen ein reichliches Angebot an Würmern, Muscheln, Schnecken und Krebsen. Die Vegetarier unter den Fluggästen, darunter alle Gänsearten, grasen auf den Salzwiesen.

Austernfischer, Gänse und Strandläufer

Eine Vielzahl von Vogelarten lebt das ganze Jahr über oder auch nur als Teilzeit-Gäste im und am Wattenmeer. In den Hauptzeiten des Vogelzugs, im Herbst und Frühjahr, geht es hier besonders lebhaft zu. Im Herbst gehört der starengroße Alpenstrandläufer, der in riesigen Schwärmen einfliegt, zu den häufigsten Gästen. Auch die amselgroßen Knutts aus Grönland und Kanada, mit ihren geraden dunklen Schnäbeln, halten sich jetzt in großen Gruppen an der Küste auf. Bereits in Richtung Süden abgereist sind zum Beispiel die Seeschwalben, Löffler und ein Teil der Heringsmöwen. Einige Gruppen von Austernfischern bleiben das ganze Jahr über, andere bewegen sich, je nach Wetterlage, an der Küste entlang in Richtung Süden. Auch Scharen von Nonnen- und Ringelgänsen finden sich im Herbst an der Küste ein.

Vogelkiek auf eigene Faust

Ob allein oder in der Gruppe – „Birden“ ist immer ein besonderes Erlebnis. Gute Beobachtungsplätze sind zum Beispiel Fuhlehörn auf der Halbinsel Nordstrand, die Hamburger Hallig, das Katinger Watt oder der Beltringharder Koog. Der Ornithologe David Fleet aus der Nationalparkverwaltung in Tönning verrät seinen bevorzugten Aussichtspunkt: „Die Brösumer Spätinge in St. Peter Ording sind ein besonderer Ort. Vogelfreunde können hier viele Arten aus der Nähe beobachten, z.B. Nonnengänse oder Rotschenkel, zudem gibt es eine Beobachtungshütte.“ Fernglas nicht vergessen!

Unterwegs mit dem Birdwatching-Guide

Nationalpark-Ranger, die Aktiven der im Nationalpark tätigen Naturschutzverbände und seit einem Jahr auch 22 speziell ausgebildete Birdwatching-Guides zeigen erfahrenen Vogelfans genauso wie Beobachtungs-Einsteigern die besten Aussichtsplätze. Die Vogelkundler bieten zahlreiche Touren mit verschiedenen Schwerpunkten an. Nach erfolgreicher Birdwatching-Guide-Fortbildung sind einige von ihnen jetzt auf dem Weg, Nationalpark-Partner zu werden. Auch dafür liegt die Latte hoch: Wenn Nationalpark-Partner „draufsteht“, muss schließlich auch viel Nationalpark „drin“ sein.

www.nationalpark-wattenmeer.de/sh/vogelbeobachtung